Psalm 90
Orthodox
Wer da wohnet in dem Schutze des Allerhöchsten, der wird weilen im Schatten des Gottes des Himmels. Er wird sagen zum Herrn: Meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe! Denn er befreite mich vom Stricke der Jäger, von der Pest des Verderbens. Mit seinem Gefieder wird er dich decken, und unter seinen Flügeln schöpfest du Hoffnung. Schild und Panzer ist seine Treue. Du darfst nicht fürchten das Grauen der Nacht, nicht den Pfeil, der am Tage fliegt, nicht die Pest, die im Finstern schleicht, nicht die Seuche, die wüthet im Mittag. Fallen auch Tausend an deiner Seite, und Zehntausend zu deiner Rechten, so wird’s doch dir nicht nahen; sondern mit deinen Augen kannst du’s schauen, und die Vergeltung der Frevler sehen. Denn du, Herr, bist meine Zuversicht. Den Allerhöchsten machst du zu deiner Zuflucht. Nicht wird Unglück dir widerfahren, und eine Plage nicht nahen deinem Zelte. Denn seine Engel entbietet er für dich, dich zu behüten auf allen deinen Wegen. Auf den Händen werden sie dich tragen, dass nicht etwa an einen Stein stosse dein Fuss. Auf Nattern und Basilisken wirst du wandeln, und zertreten Löwen und Drachen. Denn nach mir begehrt er, so befrei’ ich ihn, ich will ihn beschirmen, weil er meinen Namen kennt. Er ruft mich an, und ich erhöre ihn; mit ihm bin ich in der Noth, ich errette ihn und schaffe ihm Ehren. Mit langem Leben will ich ihn sättigen, und zeigen ihm mein Heil.
Quelle: Maltzew, Die Liturgien, Berlin 1894