Erhöre, o Herr, meine Gerechtigkeit, merke auf mein Flehen.…

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Erhöre, o Herr, meine Gerechtigkeit, merke auf mein Flehen. Vernimm mein Gebet von Lippen ohne Trug. Von deinem Angesicht möge mein Urtheil ausgehen, deine Augen mögen schauen auf das Recht. Du hast erprobt mein Herz und es heimgesucht des Nachts; du hast mich geläntert, und keine Ungerechtigkeit ward in mir gefunden. Mein Denken ging nicht über meinen Mund. Unter den Werken der Menschen beobachtete ich nach dem Worte deiner Lippen die Pfade des Verbrechers; fest hielten meine Schritte an deinen Gleisen, nicht wankten meine Tritte. Ich habe gerufen, denn du erhörtest mich, Gott! Neige dein Ohr mir zu, und erhöre meine Worte. Zeige die Wunder deiner Erbarmungen, der du errettest die auf dich Hoffenden von denen die deiner Rechten widerstehen. Behüte mich wie den Augapfel, unter dem Schatten deiner Flügel beschirme mich vor dem Angesichte der Gottlosen, welche mich anfechten. Meine Feinde haben meine Seele umrungen, ihr Herz haben sie verschlossen, ihr Mund redet Hochmuth. Meine Unterdrücker umzingeln mich jetzt; ihre Augen haben sie darauf gerichtet, mich zur Erde zu stürzen, dem Löwen gleich, der nach Beute schnaubt, dem jungen Löwen, der in der Einöde haust. Erhebe dich, Herr, eil’ ihm zuvor! Strecke ihn nieder, errette meine Seele vor dem Frevler durch dein Schwert, vor diesen Männern, durch deine Hand, o Herr, vor den Männern dieser Welt, deren Theil in diesem Leben, deren Bauch du gefüllt hast mit deinen Schätzen, sie haben Söhne in Fülle und lassen ihren Enkeln Ueberfluss. Ich aber werde schauen in Gerechtigkeit dein Angesicht, der Wonne Fülle haben, wenn ich erwacht an deinem Bilde.

Quelle: Maltzew, Die Liturgien, Berlin 1894

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