Psalm 142

Orthodox

Herr, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen um deiner Wahrheit willen, erhöre mich um deiner Gerechtigkeit willen. Und gehe nicht in’s Gericht mit deinem Knechte, denn vor dir ist kein Lebender gerecht. Denn es verfolgt der Feind meine Seele, beugt nieder zur Erde mein Leben, er setzt mich in die Finsterniss, wie die Todten der Vorwelt. Und mein Geist ist in mir geängstet, mein Herz ist in mir verstört. Ich erinnere mich an die früheren Tage, ich denke nach über alle deine Thaten, sinne nach über die Werke deiner Hände. Ich breite meine Hände aus zu dir, meine Seele dürstet nach dir wie dürres Land. Eilend erhöre mich, o Herr, mein Geist verschmachtet. Wende dein Angesicht nicht von mir ab, dass ich nicht gleich werde denen, die hinabfahren in die Grube. Lass mich frühe hören deine Gnade, denn auf dich hoffe ich. Thue mir kund den Weg, den ich gehen soll, denn zu dir erhebe ich meine Seele. Errette mich von meinen Feinden, o Herr; zu dir nehme ich meine Zuflucht. Lehre mich thun deinen Willen, denn du bist mein Gott. Dein guter Geist führe mich auf der rechten Bahn, um deines Namens willen, Herr, belebe mich. Um deiner Gerechtigkeit willen führe aus der Trübsal meine Seele, und in deiner Gnade vertilge meine Feinde und bringe um Alle, die meine Seele ängsten, denn ich bin dein Knecht.

Quelle: Maltzew, Andachtsbuch, Berlin 1895

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